Badminton online wetten in der Schweiz: Was kostet es, wo es läuft und worauf zu achten ist

Updated Oktober 2026
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Stand: 20 Oktober 2026 · geprüft gegen die Bewilligungs­lage der Gespa und die Spielregeln der beiden Schweizer Veranstalter.

Ein Federball liegt auf dem Boden einer leeren Sporthalle, das Netz verschwimmt im Hintergrund, Licht fällt durch hohe Fenster.
Beim Badminton wird auf zwei Gewinnsätze bis 21 Punkte gespielt; ein Satz ist gewonnen, wenn eine Partei mindestens 21 Punkte mit mindestens 2 Punkten Vorsprung hat.

Badminton ist eine Randsportart im Wettprogramm. In der Schweiz bündelt sich das Angebot deshalb auf zwei Stellen: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Beide sind die einzigen Veranstalter mit Schweizer Bewilligung; was sie anbieten dürfen, steht auf einer geschlossenen Liste der Gespa. Wer dort nicht auftaucht, fällt durch — und wer auf einer ausländischen Plattform spielt, sind die Spielregeln und die Schutz­mechanismen eines anderen Rechtsraums.

Diese Seite geht das Thema konsequent über den Preis: Was kostet eine Wette, was kostet ein verlockendes Angebot, was kostet ein kleines Missverständnis beim Lesen einer Quote, und was kostet eine fehlende Schweizer Bewilligung am Ende wirklich. Vier thematische Kapitel, zehn Anbieter im Vergleich, ein Rechenbeispiel zur Marge und am Schluss die Antworten auf sechs häufige Fragen.

Grundlagen: So wird Badminton gespielt — und was das für die Wette bedeutet

Badminton wird auf zwei Gewinnsätze bis 21 Punkte gespielt. Ein Satz ist gewonnen, wenn eine Partei mindestens 21 Punkte und dabei zwei Punkte Vorsprung hat. Bei 20:20 wird verlängert, bis der Vorsprung von zwei Punkten erreicht ist — oder bis 30:29, das höchstmögliche Satzergebnis.

Die Zählweise heisst Rallypoint und ist seit dem 6. Mai 2006 weltweit gültig. Vorher konnte nur die aufschlagende Partei einen Punkt erzielen; heute punktet jeder Ballwechsel. Für die Wette heisst das: Der Spielstand ist flüssig, ein 0:8-Start ist noch nichts entschieden, und ein Satz kann spät kippen.

Die Spiel­fläche ist 13,40 m lang und 6,10 m breit; im Einzel wird auf 5,18 m Breite gespielt. Es gibt fünf Disziplinen: Damen­einzel, Herren­einzel, Damen­doppel, Herren­doppel und Mixed. Wer auf Satzwetten oder Handicap-Wetten setzt, muss die Belastung pro Satz realistisch einschätzen — ein langes Spiel mit vielen Verlängerungen kostet Spielerinnen und Spielern Kräfte, die in der Quote aber bereits eingepreist sind.

International organisiert ist der Weltverband BWF, die Badminton World Federation, hervorgegangen aus der 1934 gegründeten International Badminton Federation. Den Namen BWF trägt der Verband seit 2006. Die wichtigsten Team­wettbewerbe sind der Thomas Cup für Herren­national­mannschaften seit 1949, der Uber Cup für Damen­national­mannschaften seit 1957 und der Sudirman Cup für gemischte Teams seit 1989. Die All England Championships, eines der ältesten und renommiertesten Turniere, werden seit 1899 ausgetragen. Die grössten offenen Turniere sind die BWF World Tour Super 1000: All England, China Open, Malaysia Open und Indonesia Open.

Eine Änderung steht an: Die Generalversammlung 2025 hat beschlossen, dass ab 2027 Sätze bis 15 Punkte gespielt werden, mit Verlängerung bis 21. 82 Prozent der Delegierten stimmten dafür. Wer jetzt Quoten studiert, sieht sie noch für 21-Punkte-Sätze; wer plant, sollte wissen, dass sich die Spiel­struktur in absehbarer Zeit ändert.

Welche Wettarten beim Badminton üblich sind

Beim Badminton dominieren drei Wetttypen: Siegwetten (wer gewinnt das Match), Satzwetten (wer gewinnt Satz eins, Satz zwei, das exakte Satzergebnis) und Handicap-Wetten (Vorgabe eines Satzes oder einer Punkte­differenz). Eine Wette auf den Gesamtsieger eines Turniers ist eine Langzeitwette.

Die Quote spiegelt die Wahrscheinlichkeit, aber nie ohne den Anteil, den der Veranstalter einbehält. Eine Quote von 1.50 entspricht einer Auszahlung von CHF 1.50 pro eingesetztem Franken, wenn die Wette gewinnt — eingerechnet ist bereits der Anteil des Veranstalters. Was das in Prozent bedeutet, zeigt das Kapitel «Die Quote lesen: Auszahlung, Auszahlungsquote und Marge».

Beim Badminton kommt erschwerend hinzu, dass eine Partie kürzer sein kann als gedacht. Zwei deutliche Sätze beenden das Match früh; Wetten auf einen dritten Satz oder auf das exakte Satzergebnis sind nur dann sinnvoll, wenn die Spielerinnen und Spieler dazu neigen, lange Sätze zu produzieren. Wer auf einen dritten Satz wettet, setzt auf einen engen ersten Satz — nicht auf ein 3:0.

Die Quote lesen: Auszahlung, Auszahlungs­quote und Marge

Eine Quote ist eine Multiplikator­angabe. Für eine Einzelwette berechnet sich der mögliche Gewinn nach Einsatz mal Quote. Bei einer Kombinations­wette multiplizieren sich die Einzel­quoten zu einer Gesamtquote, und der Gewinn ergibt sich aus Einsatz mal Gesamtquote. Bei Sporttip wird der Betrag zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf fünf Rappen genau abgerundet.

Die Quote alleine verrät nicht, was der Veranstalter tatsächlich vom Markt behält. Dafür braucht es die Auszahlungs­quote des Marktes, die sich aus den Quoten aller möglichen Ausgänge ergibt. In einem Zwei-Wege-Markt mit den Quoten 1.90 und 1.90 ergibt sich eine Auszahlungs­quote von rund 92,1 Prozent, die Marge also rund 7,9 Prozent. Bei 1.85 und 1.85 wären es etwa 92,7 Prozent Auszahlung und 7,3 Prozent Marge; bei 1.80 und 1.80 etwa 90,5 Prozent Auszahlung und 9,5 Prozent Marge. Bei 2.00 und 2.00 sinkt die Auszahlungs­quote auf 100 Prozent — was mathematisch null Marge wäre, in der Realität aber Quoten sind, die ein Veranstalter kaum anbietet, weil er damit kein Geld verdient.

Eine niedrige Marge ist nicht selbstverständlich. Sie ist das, was Wettende auf Dauer vom Markt zurück­bekommen, und sie schwankt von Anbieter zu Anbieter, von Markt zu Markt, von Tag zu Tag. Wer Quoten vergleicht, vergleicht tatsächlich die Marge — eine Differenz von einem halben Prozentpunkt wirkt klein, schlägt aber über hundert Wetten durch.

Was eine Wette kostet: Einsatzgrenzen und reale Auszahlung

Bei Sporttip liegt der Mindest­einsatz für Einzel- und Kombinations­wetten bei CHF 1. Der Höchst­einsatz für eine Einzel- oder Kombinations­wette beträgt CHF 1’000, für eine System­wette CHF 10’000. Die Veranstalterin kann diese Limiten jederzeit und ohne Angabe von Gründen ändern. Eine Wette, die über der Limite liegt, wird nicht angenommen.

Diese Limiten sind nicht nur Schutz für den Anbieter; sie sind auch Spielraum für Spielende. Wer mit kleinen Einsätzen spielt, ist auf der Anbieterseite mit dem Mindest­einsatz CHF 1 klar im Rahmen. Wer hohe Einsätze plant, merkt schnell: Bei CHF 1’000 pro Einzelwette ist Schluss. Für eine Live-Strategie mit hohem Umsatz ist das wenig; für die meisten Hobbyspielerinnen und -spieler ist es ausreichend.

Livewetten, Cash-Out und Bet Builder — was Swisslos bietet

Cash-Out bei Sporttip funktioniert für Einzel-, Kombinations- und Langzeit­wetten, vor Spiel­beginn und live — aber nur online und nur als vollständiges Cash-Out. Eine Teilauszahlung ist nicht möglich. Der Betrag ist tiefer als der mögliche Gewinn, wenn die Wette durchläuft, und hängt vom Stand der Sportereignisse ab. Swisslos muss Cash-Out nicht für alle Wetten anbieten; eine Garantie für jeden Markt gibt es nicht. Einmal ausgeführt, lässt sich ein Cash-Out nicht rückgängig machen.

Bei Live-Wetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Ausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00, das heisst: Einsatz zurück, kein Gewinn. In spiel­entscheidenden Situationen wie einem Elfmeter, einer Roten Karte oder einer Schiedsrichter­entscheidung kann Swisslos Wetten ebenfalls mit Quote 1.00 werten. Wer Live setzt, sitzt vor dem Bildschirm — und nicht immer vor einem.

Voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sport­veranstaltung werden bei Sporttip nur über die Bet-Builder-Funktion kombiniert. Eine solche Kombination, die Swisslos irrtümpfehlerhaft ohne diese Funktion annimmt, kann die ganze Kombinations­wette für ungültig erklärt und den Einsatz zurück­erstatten. Der Sporttip-Kombiboost verlangt mindestens vier Vorhersagen mit einer Mindestquote von 1.50; der Bonus auf den Nettogewinn steigt von 5 Prozent bei vier Vorhersagen auf 20 Prozent bei sieben, 40 Prozent bei zehn und 100 Prozent bei fünfzehn — Einsatz und Gewinnerhöhung sind dabei limitiert.

Rechtslage: Wer in der Schweiz überhaupt Sportwetten anbieten darf

Online-Sportwetten sind in der Schweiz ein Grossspiel und fallen unter das Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51, in Kraft seit 1. Januar 2019). Die Aufsicht liegt bei der Gespa, der Interkantonalen Geldspielaufsicht in Bern — nicht bei der ESBK, die nur Casinos beaufsichtigt. Eine Bewilligung braucht eine Veranstalter­bewilligung und eine Bewilligung pro Spiel, und sie gilt nur in der Schweiz (Art. 4 BGS).

Zwei Badmintonschläger lehnen gekreuzt an einer Hallenwand aus Holz, daneben steht ein Korb mit Federbällen.
Der Badminton-Weltverband BWF (Badminton World Federation) ging aus der 1934 gegründeten International Badminton Federation (IBF) hervor und trägt den Namen seit 2006.

Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter für Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt: Swisslos, die Interkantonale Landeslotterie mit Sitz in Basel, betreibt das Produkt Sporttip; die Loterie Romande betreibt das Produkt Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone. Eine Liste weiterer bewilligter Buchmacher gibt es nicht, weil es keine weiteren gibt. Die Gespa veröffentlicht ausschliesslich die Sperrliste der gesperrten ausländischen Domains.

Was angeboten werden darf, ist eine geschlossene Liste: die Gespa-Liste der bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wetttypen. Qualifikations­runden nur, wenn sie gelistet sind, Frauen­wettbewerbe nur, wenn sie gelistet sind, Ranking-Wetten nur, wenn das Ranking über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb oder das Podium entscheidet — nie auf Trainings­läufe. Eckball- und Karten­märkte gibt es nicht, eine Esports-Sektion auch nicht. Live-Wetten sind erlaubt, vor Spiel­beginn und live, soweit der Veranstalter eine entsprechende Bewilligung hält; das BGS kennt keine statutarische Einschränkung auf bestimmte Live-Märkte.

Für Badminton bedeutet das: Ob die Sportart auf der Gespa-Liste steht, ist entscheidend. Ist sie gelistet, dürfen die beiden Veranstalter Wetten auf gelistete Wettbewerbe anbieten — nicht mehr und nicht weniger. Ist sie nicht gelistet, gibt es kein legales Angebot.

Wer in der Schweiz spielen darf und wer nicht

Online-Sportwetten stehen Personen ab 18 Jahren offen, Minderjährige sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Wer als Wettkämpferin oder Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten. Ein Online-Konto braucht Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet des Veranstalters; die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adress­datenbanken geprüft. Jede Person darf sich nur einmal registrieren.

Die Vertragsgebiete sind klar getrennt. Swisslos-Sporttip wird in den Deutschschweizer Kantonen AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein durchgeführt. Die Loterie Romande bedient die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Wer im Wallis wohnt, kann kein Swisslos-Konto eröffnen — und umgekehrt.

Werbung, Boni und die feinen Grenzen

Werbung für Geldspiele darf nicht aufdringlich oder irreführend sein und nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen gerichtet werden (Art. 74 BGS). Werbung für in der Schweiz nicht bewilligtes Glücksspiel ist verboten und wird mit einer Busse bis zu CHF 500’000 bestraft (Art. 131 BGS). Gratiswetten oder Gratisspiel­guthaben brauchen die vorgängige Zustimmung der Gespa (Art. 75 Abs. 2 BGS). 2025 erteilte die Gespa 24 Zustimmungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos. Bonushöhen und Bedingungen stehen allein in den AGB des jeweiligen Veranstalters — keine generelle Werbezeit-Beschränkung, keine landesweite Sperrstunde. Promo-Codes werden auf dieser Seite nicht abgedruckt.

Ausländische Anbieter: warum eine ausländische Lizenz in der Schweiz nichts zählt

Eine ausländische Lizenz aus Curaçao, Malta, Deutschland oder einem anderen Land hat in der Schweiz keine Kraft (Art. 4 BGS). Wer ohne Schweizer Bewilligung Sportwetten organisiert, macht sich strafbar: bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbs­mässigem Handeln bis zu fünf Jahre (Art. 130 BGS). Die spielende Person wird nicht bestraft; Einsatz und Gewinn können aber im Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und es gibt keinen Schweizer Schutz und keine faire Spiel­kontrolle.

Die Gespa führt eine Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Telekomanbieter über DNS sperren (Art. 86-93 BGS). Die erste Liste wurde am 3. September 2019 veröffentlicht; Ende 2025 umfasste sie 671 Domains. Geblockte Domains werden innerhalb von Stunden ersetzt — die Gespa nennt Interwetten und Bet-at-Home als Beispiele und weist bet365 als gelistet aus. Wer auf einer ausländischen Seite spielt, sitzt ohne Schweizer Schutz da, und sein Gewinn ist je nach Kanton anders zu versteuern.

Spielerschutz: was Spielerinnen und Spieler selbst tun müssen

Vor der ersten Sporttip-Teilnahme müssen Spielende Verlust­limiten für 1, 7 und 30 Tage setzen — die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, für unter 21-Jährige bei CHF 1’000. Eine Senkung der Limite gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungs­limite für jeweils 30 Tage möglich. Der Staat setzt keine fixe Obergrenze; die Spielerin oder der Spieler entscheidet selbst, wo die eigene Schmerz­grenze verläuft — und das ist gewollt.

Ein Paar Hallenschuhe steht ordentlich neben einer Sporttasche auf einer Bank in einer leeren Garderobe, ein Fenster lässt Morgenlicht herein.
Vor der ersten Sporttip-Teilnahme müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen; eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden.

Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Eine freiwillige Sperre kann erst nach drei Monaten aufgehoben werden (Art. 84 VGS), mit einer Fachstelle. Eine selbstgewählte Pause bis zu sechs Monaten muss angeboten werden (Art. 89 VGS). Gesperrte oder minderjährige Spielerinnen und Spieler haben keinen Anspruch auf Einsatz oder Gewinn (Art. 45 BGS).

Die Gespa testet den Verkauf an Verkaufsstellen: 2025 wurde in 47,5 Prozent von 200 Testfällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Das ist kein Grund, den Verkaufspunkt als «sicher» darzustellen. Wer online spielt, setzt die Limiten selbst — und das ist der wirksamste Hebel, den das System bietet.

Die zehn Anbieter im Vergleich

Wer in der Schweiz Badminton wetten will, landet bei einer kleinen Auswahl. Zwei sind bewilligt und dürfen das; acht sind es nicht und tun es trotzdem. Die folgende Einordnung unterscheidet klar zwischen den beiden Gruppen und bewertet sie nach denselben Kriterien — Wettangebot, Einsatz­grenzen, Auszahlung und Spielerschutz — auch wenn bei den ausländischen Anbietern Schweizer Schutz leer ausgeht.

Swisslos Sporttip

Swisslos, die Interkantonale Landeslotterie mit Sitz in Basel, ist einer der beiden Veranstalter, die nach interkantonalem Recht Sportwetten anbieten dürfen. Die Sportwetten laufen unter dem Produktnamen Sporttip, gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020). Wer im Vertragsgebiet wohnt — Deutschschweiz, Tessin, Liechtenstein —, kann dort ein Konto eröffnen, Ausweis hochladen und sofort spielen, sofern keine Spielsperre besteht.

Die Bewilligung ist eine Veranstalter­bewilligung und eine Spiel­bewilligung unter dem BGS (SR 935.51), Aufsicht Gespa. Online-Konten brauchen Wohnsitz im Vertragsgebiet; Mindestalter 18 Jahre. Die Limiten sind vom Spieler selbst zu setzen: Verlust­limiten für 1, 7 und 30 Tage, eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Mindest­einsatz CHF 1, Höchst­einsatz CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombinations­wette, CHF 10’000 pro System­wette.

Cash-Out funktioniert für Einzel-, Kombinations- und Langzeit­wetten, online, nur als vollständiges Cash-Out. Es gibt einen Kombiboost (5 Prozent bei vier Vorhersagen bis 100 Prozent bei fünfzehn Vorhersagen, Mindestquote 1.50), Quotenboosts und Profitboosts für Prematch­wetten, einen Bet Builder für voneinander abhängige Ereignisse derselben Sport­veranstaltung. Ob Badminton im Wettprogramm steht, hängt von der Gespa-Liste ab — der Anbieter kann nur anbieten, was gelistet ist.

Loterie Romande Jouez Sport

Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die Westschweiz: Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Die Kontaktadresse ist Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne. Das Unternehmen zählt 2 350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende.

Die Bewilligung ist ebenfalls eine Schweizer Veranstalter- und Spiel­bewilligung unter dem BGS, Aufsicht Gespa. Wer im Vertragsgebiet wohnt, kann ein Online-Konto eröffnen; dieselben Spielerschutz­regeln wie bei Swisslos greifen, eigene Verlust­limiten, freiwillige Spielsperre, schweizweites Sperrregister. Konkret heisst das: Wer in Genf wohnt, kann bei Swisslos kein Konto eröffnen — und umgekehrt.

Jouez Sport ist die zweite Hälfte des Schweizer Marktes. Für Westschweizerinnen und Westschweizer ist es der einzige legale Weg, online auf Badminton zu wetten; für alle anderen ist es keine Option, weil das Konto an die Westschweiz gebunden ist. Die beiden Veranstalter teilen den Markt sauber untereinander auf — sie konkurrieren nicht um dieselben Spielenden, sie bedienen unterschiedliche Kantone.

Rollbit

Rollbit ist eine ausländische Plattform ohne Schweizer Bewilligung. Das heisst: keine Verbindung zum Schweizer Sperrregister, keine Schweizer Rekursmöglichkeit, kein Schutz durch das BGS. Die Lizenz, die die Plattform in anderen Rechtsräumen hält, hat in der Schweiz keine Kraft (Art. 4 BGS). Die Domain kann auf der Gespa-Sperrliste landen und per DNS gesperrt werden.

Rollbit operiert ohne Schweizer Bewilligung. Das bedeutet den vollständigen Ausschluss von jeglichem Schweizer Spielerschutz und dem Sperrregister. Da Werbung für solche Angebote in der Schweiz untersagt ist, kann die Domain jederzeit auf die Sperrliste der Gespa gesetzt werden. Ein Rekurs gegen den Anbieter ist in der Schweiz nicht möglich.

BDMBet

BDMBet ist eine weitere ausländische Plattform ohne Schweizer Bewilligung. Dieselbe rechtliche Lage wie bei Rollbit, dieselbe Liste fehlender Schutz­mechanismen. Die Domain kann auf der Gespa-Sperrliste landen, der Anbieter kann in der Schweiz nicht bewerben, und die spielende Person hat keine Schweizer Stelle, an die sie sich bei Streit wenden kann.

BDMBet ist in der Schweiz nicht zugelassen und operiert ohne Bewilligung. Nutzerinnen und Nutzer finden hier keinen Spielerschutz vor und haben im Streitfall keine Anlaufstelle. Die Steuerpflicht für Gewinne ist dabei je nach kantonaler Praxis unterschiedlich, was oft zu einer vollen Versteuerung führt. Die Domain ist zudem potenziell von Sperrungen durch die Gespa betroffen.

BetFury

BetFury ist eine ausländische Plattform ohne Schweizer Bewilligung. Die Lizenz, die die Plattform in anderen Rechtsräumen hält, hat in der Schweiz keine Kraft. Die Domain kann auf der Gespa-Sperrliste landen. Wer auf BetFury spielt, sitzt ohne Schweizer Schutz da, und sein Gewinn ist nach kantonalem Recht anders zu behandeln als ein Gewinn bei einem Schweizer Veranstalter.

BetFury verfügt über keine Schweizer Bewilligung für Sportwetten. Spielerinnen und Spieler sind hier nicht durch das BGS geschützt, und der Zugang kann jederzeit durch die Sperrliste der Gespa blockiert werden. Da eine Schweizer Rekursmöglichkeit gänzlich fehlt, tragen Spieler das volle Risiko für eventuelle Gewinne, die zudem je nach Kanton einer individuellen Steuerpflicht unterliegen können.

Unibet

Unibet ist eine ausländische Plattform ohne Schweizer Bewilligung. Die Plattform ist in mehreren anderen Rechtsräumen lizenziert; in der Schweiz zählt diese Lizenz nicht (Art. 4 BGS). Werbung für Unibet in der Schweiz ist verboten (Art. 74 Abs. 3 BGS). Die Domain kann auf der Gespa-Sperrliste landen und per DNS gesperrt werden.

Unibet besitzt keine Schweizer Bewilligung. Gewinne können je nach Kanton steuerlich anders zu verbuchen sein. Wer Unibet aus anderen Märkten kennt, sollte wissen: In der Schweiz bleibt sie ein Anbieter ohne Bewilligung.

Rabona

Rabona ist eine ausländische Plattform ohne Schweizer Bewilligung. Die Lizenz, die die Plattform in anderen Rechtsräumen hält, hat in der Schweiz keine Kraft. Die Domain kann auf der Gespa-Sperrliste landen. Werbung in der Schweiz ist verboten. Für die spielende Person: keine Schweizer Rekursmöglichkeit, kein Eintrag ins schweizweite Sperrregister, kein Schutz durch das BGS.

Rabona agiert ohne Schweizer Bewilligung und unterliegt keiner Aufsicht durch die Gespa. Für Spielende bedeutet dies eine vollständige Abwesenheit von Schutzmechanismen wie dem Sperrregister. Eine DNS-Sperre durch die Gespa ist jederzeit möglich. Zudem ist der Steuersatz auf Gewinne nicht pauschal festlegbar und hängt stark vom Wohnsitzkanton ab.

BetOnRed

BetOnRed bietet Sportwetten ohne die nötige Schweizer Bewilligung an. Kunden profitieren daher von keinem Schweizer Schutz. Bei einer Sperrung durch die Gespa ist der Zugang zur Webseite nicht mehr möglich. Hinsichtlich der Steuererklärung sollten Nutzer bei Gewinnen vorsichtig sein, da diese oft als voll steuerbares Einkommen behandelt werden.

Betovo

Betovo operiert ohne Lizenz in der Schweiz. Da keine Verbindung zum schweizweiten Sperrregister besteht, entfällt der wichtige Schutz vor Spielsucht vollständig. Die Gespa überwacht den Anbieter nicht und geht bei Verstössen, etwa durch DNS-Sperren, konsequent vor. Eine individuelle Abklärung zur Steuerpflicht für eventuelle Gewinne ist zwingend erforderlich.

HornetBet

HornetBet ist eine ausländische Plattform ohne Schweizer Bewilligung. Die Domain kann auf der Gespa-Sperrliste landen. Für die spielende Person: keine Schweizer Rekursmöglichkeit, kein Eintrag ins schweizweite Sperrregister, kein Schutz durch das BGS.

HornetBet verfügt über keine Schweizer Bewilligung. Der Zugang ist jederzeit durch DNS-Sperren der Gespa gefährdet. Spielende haben keine Schweizer Anlaufstelle bei Streitigkeiten oder Problemen mit Auszahlungen. Ob Gewinne steuerfrei bleiben oder nicht, entscheidet die kantonale Steuerpraxis am Wohnsitz der spielenden Person.

Einordnung der Anbieter

Anbieter Schweizer Bewilligung Veranstalter / Lizenz
Swisslos Sporttip Bewilligung (Veranstalter- und Spiel­bewilligung BGS, Aufsicht Gespa) SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel
Loterie Romande Jouez Sport Bewilligung (Veranstalter- und Spiel­bewilligung BGS, Aufsicht Gespa) Loterie Romande (Société de la Loterie de la Suisse Romande), Lausanne
Rollbit ohne Schweizer Bewilligung Lizenz in anderem Rechtsraum; in der Schweiz keine Kraft (Art. 4 BGS)
BDMBet ohne Schweizer Bewilligung Lizenz in anderem Rechtsraum; in der Schweiz keine Kraft (Art. 4 BGS)
BetFury ohne Schweizer Bewilligung Lizenz in anderem Rechtsraum; in der Schweiz keine Kraft (Art. 4 BGS)
Unibet ohne Schweizer Bewilligung Lizenz in anderem Rechtsraum; in der Schweiz keine Kraft (Art. 4 BGS)
Rabona ohne Schweizer Bewilligung Lizenz in anderem Rechtsraum; in der Schweiz keine Kraft (Art. 4 BGS)
BetOnRed ohne Schweizer Bewilligung Lizenz in anderem Rechtsraum; in der Schweiz keine Kraft (Art. 4 BGS)
Betovo ohne Schweizer Bewilligung Lizenz in anderem Rechtsraum; in der Schweiz keine Kraft (Art. 4 BGS)
HornetBet ohne Schweizer Bewilligung Lizenz in anderem Rechtsraum; in der Schweiz keine Kraft (Art. 4 BGS)

Die Tabelle macht sichtbar, was die Rechtslage bedeutet: zwei bewilligte Veranstalten teilen den Markt untereinander auf, acht Anbieter ohne Bewilligung stehen daneben und können in der Schweiz nicht bewerben. Wer Badminton wetten will, hat in der Deutschschweiz, im Tessin und in Liechtenstein Sporttip, in der Westschweiz Jouez Sport. Alle anderen Wege führen an der Schweizer Aufsicht vorbei.

Steuern: Wettgewinne sind steuerfrei, aber nicht immer

Wettgewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen sind einkommens­steuerfrei bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn und werden erst darüber besteuert. Die Bundes­schwelle liegt seit dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000; 2025 waren es CHF 1’070’400. Die kantonale Schwelle ist unterschiedlich, deshalb: «je nach Kanton», nie eine einzelne kantonale Zahl. Über der Schwelle zieht der Veranstalter 35 Prozent Verrechnungs­steuer ab, die durch die Deklaration des Gewinns in der Steuererklärung zurück­geholt werden kann. Eine typische Wettenspielerin oder ein typischer Wettenspieler bleibt deutlich unter der Schwelle: keine Einkommens­steuer, keine Verrechnungs­steuer auf den Gewinn.

Gewinne aus ausländischen Anbietern unterliegen keiner Verrechnungs­steuer; die kantonale Steuerpraxis im Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen jedoch als voll steuerbares Einkommen, unabhängig von der Höhe. Es gibt keine Schweizer Wettsteuer auf den Einsatz — eine solche Behauptung wäre schlicht falsch. Bei Unsicherheit: Steuer­berater oder kantonale Steuer­verwaltung fragen.

Rechenbeispiel: Marge in einem Zwei-Wege-Markt

Nehmen wir einen fiktiven Zwei-Wege-Markt mit beiden Quoten bei 1.90. Eine Wette zu 1.90 gewinnt 1,90-mal den Einsatz; bei einer Verliererwette ist der Einsatz weg. In einem fairen Markt ohne Marge wäre die Summe der Kehrwerte der Quoten 1.0000; in unserem Beispiel ist 1 ÷ 1.90 + 1 ÷ 1.90 = 1,0526. Die Auszahlungs­quote ist 1 ÷ 1,0526 = 95,01 Procent — und die Marge, also der Anteil, den der Anbieter vom Markt behält, liegt bei rund 4,99 Prozent.

In Worten: Wer in einem solchen Markt insgesamt 100 Franken setzt, gewinnt im Durchschnitt etwa 95 Franken zurück, und der Anbieter behält etwa 5 Franken. Bei 1.85 / 1.85 wäre die Auszahlungs­quote etwa 92,68 Prozent und die Marge etwa 7,32 Prozent. Bei 1.80 / 1.80 wären es etwa 90,48 Prozent Auszahlung und 9,52 Prozent Marge. Bei 2.00 / 2.00 läge die Auszahlungs­quote exakt bei 100 Prozent und die Marge bei null — was in der Realität nicht vorkommt, weil ein Anbieter damit kein Geld verdient.

Eine niedrige Marge ist nicht selbstverständlich. Sie schwankt von Anbieter zu Anbieter, von Markt zu Markt, von Tag zu Tag. Wer Quoten vergleicht, vergleicht tatsächlich die Marge — eine Differenz von einem halben Prozentpunkt wirkt klein, schlägt aber über hundert Wetten durch. Das Rechenbeispiel ist eine Bandbreite, kein Einzelfall: bei diesem Beispiel liegen Marge und Auszahlungs­quote als Band bei rund 4,5 bis 5,5 Prozent Marge je nach genauer Quote und Marktstruktur.

Häufige Fragen

Ist Badminton in der Schweiz überhaupt wettbar, und wenn ja, wo?

Ja, aber nur bei den beiden bewilligten Veranstaltern: Swisslos mit dem Produkt Sporttip in der Deutschschweiz, im Tessin und in Liechtenstein, und die Loterie Romande mit Jouez Sport in den Westschweizer Kantonen Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Welche Wettbewerbe genau angeboten werden, hängt von der Gespa-Liste der bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wetttypen ab — nicht jeder Wettbewerb ist automatisch verfügbar.

Wie wirken sich zwei Gewinnsätze und die Verlängerung bei 20:20 auf Satzwetten aus?

Badminton wird auf zwei Gewinnsätze bis 21 Punkte gespielt. Bei 20:20 wird verlängert, bis der Vorsprung von zwei Punkten erreicht ist oder 30:29 — das höchstmögliche Satzergebnis. Eine Satzwette auf 2:0 oder 2:1 hat daher unterschiedliche Wahrscheinlichkeiten, je nachdem, wie eng die Partie voraussichtlich wird; ein 2:1 ist beim Herren­einzel häufiger als ein 2:0.

Wie berechnet sich der Gewinn aus Einsatz und Quote?

Bei einer Einzelwette ist der mögliche Gewinn Einsatz mal Quote. Bei einer Kombinations­wette multiplizieren sich die Einzel­quoten zu einer Gesamtquote, und der Gewinn ist Einsatz mal Gesamtquote. Bei Sporttip wird der Gewinn zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf fünf Rappen genau abgerundet. Der Einsatz wird nur bei einer gewonnenen Wette vollständig zurück­bezahlt.

Was ist die Marge im Wettmarkt, und wie lässt sie sich an einer Quote erkennen?

Die Marge ist der Anteil, den der Anbieter von jedem Franken Einsatz im Markt behält. Sie berechnet sich aus 1 minus die Auszahlungs­quote des Marktes, und die Auszahlungs­quote ist 1 ÷ (1 ÷ Quote₁ + … + 1 ÷ Quoteₙ) über alle Ausgänge. In einem Zwei-Wege-Markt mit Quoten 1.90 / 1.90 liegt die Marge bei rund 5 Prozent; bei 1.85 / 1.85 bei rund 7,3 Prozent; bei 1.80 / 1.80 bei rund 9,5 Prozent.

Welche Verlust­limiten gelten, und wie lange dauert eine freiwillige Spielsperre mindestens?

Bei Sporttip müssen Spielende vor der ersten Teilnahme Verlust­limiten für 1, 7 und 30 Tage setzen, mit Höchst­wert CHF 9’999 (unter 21 Jahren CHF 1’000). Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Eine freiwillige Spielsperre ist produktbezogen für 1 bis 180 Tage möglich und kann nicht vor Fristablauf aufgehoben werden; eine unbefristete Spielsperre wird in das schweizweite Register eingetragen.

Sind Wettgewinne steuerfrei, und was bedeutet «je nach Kanton»?

Wettgewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen sind einkommens­steuerfrei bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn; die Bundes­schwelle liegt 2026 bei CHF 1’071’000. Die kantonale Schwelle ist unterschiedlich, daher «je nach Kanton». Über der Schwelle zieht der Veranstalter 35 Prozent Verrechnungs­steuer ab, die durch die Steuer­erklärung zurück­geholt werden kann. Gewinne aus ausländischen Anbietern werden je nach Kanton anders behandelt — eine kantonale Steuer­verwaltung oder ein Steuer­berater gibt hier die massgebliche Auskunft.

Erstellt von der Redaktion von „Wettappschweiz”.

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