ATP Wetten in der Schweiz: Anbieter, Gespa-Liste und das Regelwerk

Updated Oktober 2026
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Aktualisiert am 20 Oktober 2026 und abgeglichen mit den Spielregeln und Bedingungen von Swisslos (Sporttip) und Loterie Romande (Jouez Sport) sowie den Vollzugsgrundlagen der Gespa.

Wer in der Schweiz auf die Herrentour wetten will, hat keine freie Auswahl. Die beiden einzigen Veranstalter mit einer Schweizer Bewilligung sind Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Beide bedienen genau definierte Kantone, beide zeigen nur Turniere und Wettarten, die auf einer geschlossenen Liste stehen. Wer trotzdem auf einer ausländischen Seite spielt, spielt ohne Schweizer Bewilligung – mit allen Konsequenzen, die daraus folgen.

Die ATP Tour und was sie vom übrigen Herrentennis unterscheidet

Die ATP Tour ist die oberste Turnierserie im professionellen Herrentennis. Sie steht über der ATP Challenger Tour und der ITF Future Tour und wird vom Spielerverband ATP organisiert. Vier Turniere gehören nicht zur ATP Tour: die Grand Slams, die der Weltverband ITF veranstaltet – Australian Open, French Open, Wimbledon und US Open.

Ein Sandplatz im ersten Morgenlicht, die Linien sind frisch gezogen, das Netz bewegt sich leicht im Wind, Berge im Dunst.
Die ATP Tour 2025 umfasste 9 ATP-Masters-1000-Turniere, 16 ATP-500-Turniere und 30 ATP-250-Turniere.

Die Saison beginnt um den Jahreswechsel und endet Mitte November mit den ATP Finals, an denen nur die acht besten Spieler der Saison teilnehmen. Seit 2012 dauert die Winterpause sieben statt fünf Wochen, was den Spielern zwischen den Saisons mehr Erholung gibt. Die ATP Tour 2025 umfasste 9 ATP-Masters-1000-Turniere, 16 ATP-500-Turniere und 30 ATP-250-Turniere. Im Vergleich zur Saison 2024 waren das 3 zusätzliche 500er-Turniere und 8 weniger 250er-Turniere – Dallas, Doha und München waren in die zweithöchste Kategorie aufgestiegen. Die ATP Tour 2026 hat am 2. Januar 2026 begonnen.

Die Kategorien sagen etwas über die Punktzahl, das Preisgeld und die Spieler, die dort antreten. Masters-1000 sind Pflichtturniere für die Top-Spieler, 500er sind attraktiv, aber nicht verpflichtend, 250er sind die unterste Stufe und über die Saison verteilt. Für eine Wette heisst das: Je tiefer die Kategorie, desto grösser die Spanne zwischen Spitzenspielern und Qualifikanten, desto stärker schwanken die Quoten je nach Auslosung und Form.

Wie die Quote bei einem ATP-Match entsteht

Eine Quote ist keine Vorhersage. Sie ist eine bezahlte Wahrscheinlichkeit: Der Anbieter schätzt die Wahrscheinlichkeit jedes Ausgangs, rechnet sie in eine Quote um und schlägt eine Marge darauf. Das Ergebnis ist der Quotenschlüssel, also der Anteil der Einsätze, den der Markt langfristig an die Spielenden zurückgibt. Was darüber bleibt, ist die Marge des Veranstalters.

Eine hohe Schiedsrichterleiter aus Metall steht unbesetzt neben einem Hartplatz, die Abendsonne wirft lange Schatten.
Die ATP Tour beginnt um den Jahreswechsel und endet Mitte November; seit 2012 dauert die Winterpause sieben statt fünf Wochen.

Beispielrechnung: eine Zwei-Wege-Wette mit Quote 1.90 / 1.90

Eine Wette auf den Sieg von Spieler A zu Quote 1.90 und auf den Sieg von Spieler B zu Quote 1.90 wirkt ausgeglichen, ist es aber nicht. Die Auszahlungsquote eines Marktes mit n Ausgängen ist 1 ÷ (1/Quote₁ + … + 1/Quoteₙ). Für zwei Ausgänge mit je 1.90 ergibt das 1 ÷ (1/1.90 + 1/1.90) = 1 ÷ (0.5263 + 0.5263) = 1 ÷ 1.0526 = 0.9500 – also 95.0 %. Die Marge ist die Differenz zu 100 %, hier 5.0 %.

Auf 100 CHF Einsatz, die je hälftig auf beide Seiten verteilt sind, zahlt der Markt langfristig 95 CHF zurück. Die restlichen 5 CHF behält der Veranstalter. Je ausgeglichener die Quoten, desto näher liegt die Marge an 5 %, der branchenüblichen Grösse für Zwei-Wege-Märkte. Drei-Wege-Märkte (Sieger / Verlierer / Aufgabe) tragen typischerweise mehr Marge, weil der dritte Ausgang selten eintritt und der Veranstalter dort einen höheren Puffer einpreist.

Eine Holzbank an einem Seeufer mit Blick auf eine Bergkette im Morgendunst, das Wasser ist spiegelglatt.
Swisslos verteilte für 2025 einen Reingewinn von CHF 562 Mio.: CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz.

Was die Quote über das Match verrät – und was nicht

Die Quote enthält Annahmen über Belag, Form, Head-to-Head und Tagesverfassung. Auf Sand laufen andere Spieler als auf Hartplatz oder Rasen; ein Spieler, der auf Hartplatz eine Quote von 1.50 hat, kann auf Sand 2.20 stehen. Die Quote spiegelt die implizite Wahrscheinlichkeit, nicht die «wahre». Eine Quote von 1.50 entspricht 66.7 % Chance, eine Quote von 3.00 entspricht 33.3 % – aber die wahren Wahrscheinlichkeiten liegen meistens leicht darunter, weil die Marge überall eingepreist ist.

Belag und Form prägen die Quote stärker als ein bekannter Name. Ein gesetzter Spieler auf seinem schwächeren Belag bekommt eine höhere Quote als ein Aussenseiter auf seinem stärksten. Wer nur den Namen liest, wettet gegen die Quote.

Welche ATP-Turniere und Wettarten in der Schweiz erlaubt sind

Das Schweizer Recht kennt keine allgemeine Wettfreiheit. Was gespielt werden darf, steht in der Gespa-Liste der bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten. Die Liste trägt das Datum 10.09.2026 und wird von der Gespa (Interkantonale Geldspielaufsicht, Bern) geführt. Was nicht auf der Liste steht, darf nicht angeboten werden – auch nicht auf ausländischen Plattformen, soweit sie in der Schweiz erreichbar sind.

Die Liste zeigt einen vollständigen Schwerpunkt auf Sportarten und Wettbewerben mit klaren Wettmärkten. Eckstoss- und Kartenmärkte fehlen, eine Esports-Sektion fehlt, und Qualifikationsrunden sind nur dann zugelassen, wenn die Liste sie ausdrücklich führt. Frauenwettbewerbe stehen nur auf der Liste, wenn sie dort eigens aufgenommen sind. Ranglistenwetten sind nur erlaubt, wenn die Rangliste über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb oder über das Podium entscheidet. Wetten auf Trainingsläufe sind ausgeschlossen.

Für ATP-Turniere heisst das: Masters-1000, ATP-500 und ATP-250 stehen zur Verfügung, soweit die Liste sie für die laufende Saison aufgenommen hat. Die vier Grand Slams sind ebenfalls zugänglich, weil sie zur gleichen Gesamtliste gehören – sie werden nur organisatorisch nicht von der ATP, sondern von der ITF veranstaltet. Welche Märkte pro Match angeboten werden, hängt vom Veranstalter ab, der aus der Liste auswählt: Match-Sieger, Satzwetten, Handicap und Über/Unter sind üblich.

Was Cash-Out bei Sporttip bedeutet

Cash-Out ist ein Feature von Sporttip und keine Pflicht. Swisslos behält sich vor, Cash-Out nicht für alle Wetten anzubieten; der angebotene Betrag liegt immer unter dem möglichen Gewinn bei vollem Ablauf und hängt vom Spielstand ab; ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen. Cash-Out gibt es nur online, nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung, und nur für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten. Bei einem Cash-Out verfällt ein laufender Quoten- oder Profitboost.

Cash-Out ist kein Cash-Gewinn in dem Sinn, dass der Einsatz «ausbezahlt» wird – es ist eine vorzeitige Abrechnung zu einem vom Veranstalter gesetzten Preis. Der Preis liegt unter dem erwarteten Gewinn, weil der Veranstalter sonst keinen Anreiz hat, die Wette vorzeitig zu schliessen.

Was in der Schweiz erlaubt ist – und was nicht

Die zwei Bewilligungen, die es in der Schweiz gibt

Das Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51) ist seit 1. Januar 2019 in Kraft. Es teilt Geldspiele in Grossspiele und Kleinspiele ein. Sportwetten sind Grossspiele und brauchen eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung pro Spiel. Aufsichtsbehörde ist die Gespa; das Konkordat der Kantone ist am 1. Januar 2021 in Kraft getreten. Eine ausländische Bewilligung hat in der Schweiz keine Kraft (Art. 4 BGS).

Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter für Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt. Swisslos (Sitz Basel) ist als Genossenschaft organisiert und führt die Sportwetten unter dem Namen Sporttip. Die Loterie Romande (Société de la Loterie de la Suisse Romande) führt die Sportwetten unter dem Namen Jouez Sport. Die Bewilligungen sind auf das Schweizer Staatsgebiet beschränkt.

Die zwei Verbreitungsgebiete

Die beiden Veranstalter bedienen klar abgegrenzte Kantone. Swisslos führt Sporttip in den Deutschschweizer Kantonen AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, im Tessin und im Fürstentum Liechtenstein. Die Loterie Romande führt Jouez Sport in den Westschweizer Kantonen FR, GE, JU, NE, VD und VS.

Ein Online-Konto lässt sich nur mit Wohnsitz oder gewöhnlichem Aufenthalt im jeweiligen Verbreitungsgebiet eröffnen. Wer in Genf wohnt, kann kein Sporttip-Konto führen; wer in Zürich wohnt, kann kein Jouez-Sport-Konto führen. Die Verbreitungsgebiete sind keine Strassenparteien – sie sind die Spielregeln jedes Veranstalters.

Was die Veranstalter können – und was sie nicht können

Die Veranstalter dürfen nur Wetten auf Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten anbieten, die auf der Gespa-Liste stehen. Wetten auf Wetter, Politik oder TV-Shows sind ausgeschlossen. Veranstaltungen mit überwiegend Minderjährigen sind gesperrt. Die Nettoerträge gehen vollständig an gemeinnützige Zwecke in den Kantonen.

Swisslos hat für 2025 einen Reingewinn von CHF 562 Mio. ausgeschüttet: CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz (für Swiss Olympic, Fussball, Eishockey, Sporthilfe). Aus den Sportwetten stammten CHF 109 Mio., im Jahr davor CHF 122 Mio. Das ist der Grund, warum die beiden Veranstalter keine Konkurrenz haben: Die gemeinnützige Verwendung der Erträge ist im BGS festgeschrieben.

Wer ohne Bewilligung anbietet

Eine ausländische Bewilligung – Curaçao, Malta, Deutschland – gilt in der Schweiz nicht. Wer in der Schweiz ohne Bewilligung Sportwetten organisiert, macht sich nach Art. 130 BGS strafbar: bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahre. Wer als Spieler bei einem ausländischen Anbieter spielt, wird nicht bestraft, aber Einsätze und Gewinne können im Strafverfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und es gibt keinen Schweizer Schutz.

Die Gespa führt eine Sperrliste ausländischer Domains. Schweizer Telekommunikationsanbieter blockieren diese Domains per DNS-Sperre. Ende 2025 standen 671 Domains auf der Liste. Gespa nennt Interwetten und Bet-at-Home als Beispiele und bet365 als Anbieter auf der Liste. Domain-Hopping – der Wechsel auf eine neue Domain, sobald die alte gesperrt ist – wird innerhalb von Stunden nachvollzogen.

Spielerschutz: Limits, Spielsperre und was Spielende selbst tun müssen

Die Schweiz hat keine staatlich festgelegte Einzahlungs-Obergrenze. Die Höchstlimits werden von den Spielenden selbst gesetzt, und die Veranstalter sind verpflichtet, solche Limits zu verlangen (Art. 87 VGS). Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach einer Karenzfrist. Das BGS sieht 24 Stunden vor, Swisslos und Loterie Romande wenden 72 Stunden an.

Verlustlimiten bei Sporttip

Vor der ersten Sporttip-Teilnahme müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen. Die Obergrenze liegt bei CHF 9’999; für Spieler unter 21 Jahren gilt eine eigene Obergrenze von CHF 1’000. Zusätzlich kann freiwillig eine Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage gesetzt werden. Die Limits sind Selbstanwendung, nicht Anbieterspielraum – sie stehen im Profil und werden vom System durchgesetzt.

Spielsperre und Register

Eine Spielsperre ist die härteste Stufe des Selbstausschlusses. Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein.

Eine selbstgewählte Pause lässt sich frühestens nach drei Monaten aufheben (Art. 84 VGS), und eine Fachstelle wird einbezogen (Art. 81 BGS). Wer gesperrt ist oder minderjährig ist, hat keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne (Art. 45 BGS). Der Eintrag in das Register ist eine ernste Sache.

Werbung und ihre Grenzen

Werbung darf nicht aufdringlich oder irreführend sein, nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen gerichtet sein (Art. 74 BGS). Werbung für in der Schweiz nicht bewilligte Geldspiele ist verboten und wird mit einer Busse bis zu CHF 500’000 bestraft (Art. 131 BGS). Gratisspiele oder Gratisguthaben brauchen die vorgängige Zustimmung der Gespa (Art. 75 Abs. 2 BGS); 2025 erteilte sie 24 Zustimmungen an Loterie Romande und 8 an Swisslos. Keine Promo-Codes auf dieser Seite.

Gespa-Testkäufe 2025: ein nüchterner Befund

Die Gespa hat 2025 an 200 Verkaufsstellen getestet, ob eine Sportwette an Minderjährige verkauft wird. In 47.5 % der Fälle wurde die Wette verkauft. Das ist keine Randnotiz – es ist der Grund, warum die Online-Limits und die Online-Verifizierung im Vordergrund stehen. Wer am Schalter spielt, sollte sich nicht auf den Schutz des Schalters verlassen.

Wettarten bei Sporttip und was sie kosten

Einzelwette und Kombiwette

Eine Einzelwette setzt auf einen Ausgang eines Ereignisses. Der Gewinn ist Einsatz mal Quote, bei Sporttip zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Eine Kombiwette setzt auf mehrere Ausgänge; die Gesamtquote ist das Produkt der Einzelquoten. Je mehr Beine, desto grösser die Quote, desto höher die kombinierte Marge.

Die Limits liegen bei Sporttip zwischen CHF 1 und CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombinationswette und bei bis zu CHF 10’000 pro Systemwette. Swisslos kann die Limits jederzeit und ohne Angabe von Gründen ändern; eine Wette über der Limite wird nicht angenommen.

Systemwette und Bet-Builder

Eine Systemwette kombiniert mehrere Wetten so, dass auch dann ein Gewinn möglich bleibt, wenn nicht alle Beine eintreffen. Bei Sporttip ist die Systemwette bis CHF 10’000 pro Schein möglich. Ein Bet-Builder kombiniert voneinander abhängige Wetten desselben Ereignisses; nimmt Sporttip eine solche Kombination ohne Bet-Builder an, kann sie für ungültig erklärt und der Einsatz zurückerstattet werden.

Quotenboost und Profitboost

Quotenboosts und Profitboosts gelten nur online und nur für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage (Quotenboost) oder für ein definiertes Sportereignis (Profitboost). Beide sind pro Wettendem nur einmal nutzbar, in Einsatz und Erhöhung limitiert, und verfallen bei einem Cash-Out. Es sind keine «gratis»-Boosts – sie verschieben nur die Marge für einen einzelnen Schein.

Kombiboost

Der Kombiboost verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Mindestquote von je 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn Voraussagen. Auch hier sind Einsatz und Gewinnerhöhung limitiert. Der Kombiboost ist online verfügbar (Prematch, Live, Systemwetten).

Livewetten und ihre Tücken

Livewetten werden unabhängig davon angenommen, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreten des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00. In spielentscheidenden Situationen – Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid – kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Livewetten sind keine Wette gegen die Uhr – sie sind eine Wette gegen die Reaktionszeit des Anbieters.

Reguläre Spielzeit

Die reguläre Spielzeit umfasst die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Wer auf «Sieg nach 90 Minuten» wettet, bekommt bei Verlängerung nicht automatisch den Sieg nach Verlängerung – das Programm entscheidet, welche Märkte angeboten werden.

Die ATP-Saison 2026: was ansteht

Die ATP Tour 2026 hat am 2. Januar begonnen. Die Australian Open 2026 wurden am Eröffnungswochenende ausgespielt; Carlos Alcaraz gewann das Herreneinzel-Finale gegen Novak Đoković mit 2:6, 6:2, 6:3, 7:5. Über die Saison verteilt stehen die Masters-1000 in Indian Wells, Miami, Monte-Carlo, Madrid, Rom, Montreal, Cincinnati, Shanghai und Paris-Bercy sowie die ATP-500-Turniere und die ATP-250-Turniere zur Wette. Die ATP Finals bilden Mitte November den Abschluss.

Für Schweizer Spieler heisst das: Die Gespa-Liste führt die zugelassenen Wettbewerbe – sie kann während der Saison aktualisiert werden, und nicht jeder Wettbewerb aus dem ATP-Kalender steht automatisch zur Wette. Wer ein bestimmtes Turnier wetten will, prüft vorher, ob es auf der Liste steht, und ob Sporttip oder Jouez Sport die entsprechenden Märkte anbietet.

Vergleich der Anbieter nach Bewilligung, Wettangebot und Erreichbarkeit

Anbieter Schweizer Bewilligung Veranstalter / Bewilligung
Swisslos Sporttip ja SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft (Basel); Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung nach BGS, Aufsicht Gespa
Loterie Romande Jouez Sport ja Société de la Loterie de la Suisse Romande; Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung nach BGS, Aufsicht Gespa
Rabona nein keine Schweizer Bewilligung; ausländische Lizenz ohne Kraft in der Schweiz; Domain kann auf der Gespa-Sperrliste stehen
Jackbit nein keine Schweizer Bewilligung; ausländische Lizenz ohne Kraft in der Schweiz; Domain kann auf der Gespa-Sperrliste stehen
Sportuna nein keine Schweizer Bewilligung; ausländische Lizenz ohne Kraft in der Schweiz; Domain kann auf der Gespa-Sperrliste stehen
Fezbet nein keine Schweizer Bewilligung; ausländische Lizenz ohne Kraft in der Schweiz; Domain kann auf der Gespa-Sperrliste stehen
Boomerang Bet nein keine Schweizer Bewilligung; ausländische Lizenz ohne Kraft in der Schweiz; Domain kann auf der Gespa-Sperrliste stehen
PowBet nein keine Schweizer Bewilligung; ausländische Lizenz ohne Kraft in der Schweiz; Domain kann auf der Gespa-Sperrliste stehen
HornetBet nein keine Schweizer Bewilligung; ausländische Lizenz ohne Kraft in der Schweiz; Domain kann auf der Gespa-Sperrliste stehen
BetFury nein keine Schweizer Bewilligung; ausländische Lizenz ohne Kraft in der Schweiz; Domain kann auf der Gespa-Sperrliste stehen

Die Liste ist eine Bewilligungsliste, keine Anbieterempfehlung. Die zwei Bewilligten decken das gesamte zugelassene Wettangebot ab. Wer bei einem der acht Anbieter ohne Schweizer Bewilligung spielt, spielt ausserhalb des Schweizer Rechtsrahmens – mit allen Konsequenzen für Sperre, Schutz und Besteuerung.

Die zwei Bewilligten im Detail

Swisslos Sporttip

Swisslos ist die Genossenschaft der Deutschschweizer Kantone und des Tessins; Sitz in Basel. Sporttip ist das Sportwetten-Produkt und wird im Verbreitungsgebiet der Genossenschaft (AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG, ZH, TI und Fürstentum Liechtenstein) angeboten. Die Spielregeln liegen in der Version 4.2 vor.

Das Wettangebot umfasst Einzel-, Kombinations-, System- und Livewetten sowie Cash-Out als vollständiges Cash-Out für ausgewählte Wetten. Quoten- und Profitboosts sind online verfügbar, der Kombiboost verlangt mindestens vier Voraussagen mit Mindestquote 1.50. Sporttip zeigt nur ATP-Turniere, die auf der Gespa-Liste stehen, und nur die dort zugelassenen Wettarten. Verlustlimiten werden vor der ersten Teilnahme gesetzt, eine Spielsperre ist produktbezogen möglich, eine unbefristete Sperre wird im Schweizer Register eingetragen.

Wer ein deutschsprachiges Konto führen kann und Tennis auf der Gespa-Liste spielen will, hat mit Swisslos den einzigen Weg, der im Schweizer Recht steht. Die Bewilligung ist Veranstalter- und Spielbewilligung; die Aufsicht liegt bei der Gespa; die Erträge fliessen an die kantonalen Fonds und an die Stiftung Sportförderung Schweiz.

Loterie Romande Jouez Sport

Die Loterie Romande ist die Veranstalterin für die sechs Westschweizer Kantone (FR, GE, JU, NE, VD, VS). Sie hat 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende; Kontaktadresse Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne. Jouez Sport ist das Sportwetten-Produkt und steht nur Personen mit Wohnsitz im Verbreitungsgebiet offen.

Die Wettstruktur folgt dem gleichen BGS-Rahmen wie Sporttip: nur bewilligte Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten, Limits vor der ersten Teilnahme, Spielsperre im Register. Das konkrete Wettangebot – einzelne Turniere, Märkte, Quotenboosts – ist in den Jouez-Sport-Bedingungen festgelegt und kann vom Sporttip-Angebot abweichen. Wer im Wettangebot einen Markt vermisst, prüft das andere Produkt.

Für Spieler aus der Romandie ist Jouez Sport die einzige bewilligte Adresse. Wer im Wallis wohnt, kann kein Sporttip-Konto führen; wer in Genf wohnt, hat mit Jouez Sport die einzige legale Wettadresse.

Was die acht Anbieter ohne Schweizer Bewilligung sind – und was sie nicht sind

Rabona, Jackbit, Sportuna, Fezbet, Boomerang Bet, PowBet, HornetBet und BetFury sind acht ausländische Anbieter mit Curacao- oder anderen Offshore-Bewilligungen, die in der Schweiz keine Kraft haben. Sie bieten Sportwetten an, aber ihre Lizenz ist in der Schweiz nicht anerkannt, sie sind nicht an das Schweizer Ausschlussregister angeschlossen, und es gibt keinen Schweizer Rechtsweg bei Streit. Ihre Domains können auf der Gespa-Sperrliste stehen und per DNS gesperrt werden.

Was die Anbieter tun: Sie nehmen Wetten aus aller Welt an, oft mit höheren Limits, schnellerer Auszahlung und grösserem Wettangebot als die Schweizer Veranstalter. Was sie nicht tun: Sie zahlen nicht in einen Schweizer Fonds, sie gewähren keinen Schweizer Schutz, sie unterliegen nicht dem BGS.

Für Spieler in der Schweiz heisst das: Wer bei einem dieser Anbieter spielt, spielt ohne Schweizer Bewilligung. Die Spiellizenz des Anbieters hat in der Schweiz keine Kraft. Es gibt keine Schweizer Aufsicht, kein Schweizer Ausschlussregister, keinen Schweizer Rechtsweg. Gewinne unterliegen je nach Kanton einer anderen Besteuerung als Gewinne bei einem Schweizer Veranstalter; der Kanton Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen als voll steuerpflichtiges Einkommen unabhängig vom Betrag.

Steuerliche Behandlung von Wettgewinnen

Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen sind einkommensteuerfrei bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn; darüber wird die Verrechnungssteuer von 35 % direkt durch den Veranstalter abgezogen und kann über die Steuererklärung zurückgefordert werden. Die Bundesschwelle liegt seit dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000; die kantonale Schwelle weicht davon ab, weshalb die verbindliche Formulierung «je nach Kanton» lautet.

Die meisten Wettenden gewinnen weit unter der Schwelle – keine Einkommensteuer, keine Verrechnungssteuer. Wer deutlich darüber liegt, lässt die Auszahlung vom Veranstalter bestätigen und deklariert den Gewinn in der Steuererklärung. Für die verbindliche Auskunft ist die kantonale Steuerverwaltung oder ein Steuerberater zuständig, nicht diese Seite.

Gewinne aus ausländischen Grossspielen unterliegen keiner Verrechnungssteuer, aber je nach Kanton einer anderen Einkommensbesteuerung. Der Kanton Thurgau behandelt solche Gewinne als voll steuerpflichtiges Einkommen unabhängig vom Betrag. Wer bei einem ausländischen Anbieter spielt und in einem Kanton mit strenger Praxis wohnt, trägt das Steuerrisiko selbst.

Häufige Fragen zu ATP-Wetten in der Schweiz

Auf welche ATP-Turniere kann in der Schweiz gewettet werden?

In der Schweiz darf nur auf ATP-Turniere gewettet werden, die auf der Gespa-Liste der bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten stehen (Version 10.09.2026). Swisslos und Loterie Romande bieten aus dieser Liste ATP-Masters-1000, ATP-500 und ATP-250 sowie die Grand Slams an, soweit die Liste sie für die laufende Saison führt. Welche Märkte pro Match angeboten werden, entscheidet der Veranstalter.

Wie entsteht die Quote bei einem Tennismatch, und welchen Einfluss hat der Belag?

Die Quote ist die Umrechnung einer impliziten Wahrscheinlichkeit in einen Preis, plus eine Marge des Veranstalters. Für eine Zwei-Wege-Wette mit zwei Quoten von je 1.90 ist die Auszahlungsquote 95.0 % und die Marge 5.0 %. Der Belag prägt die Quote: Auf Sand laufen andere Spieler als auf Hartplatz oder Rasen, und ein Spieler, der auf seinem schwächeren Belag antritt, bekommt eine höhere Quote als auf seinem stärksten.

Wie wird eine Wette behandelt, wenn ein Ereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nachgeholt wird?

Wird ein Ereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nachgeholt, gilt es als nicht stattgefunden. Sporttip erstattet in diesem Fall den Einsatz zurück. Die genauen Regelungen sind in den Spielregeln Version 4.2 festgelegt und gelten für Einzel-, Kombinations- und Systemwetten gleichermassen.

Wie berechnet sich der Gewinn aus Einsatz und Quote?

Der Gewinn ist Einsatz mal Quote (bei Kombiwetten mal Gesamtquote). Sporttip rundet den Gewinnbetrag zuerst auf zwei Nachkommastellen auf und dann auf 5 Rappen genau ab. Bei einer Einzelwette von CHF 50 zu Quote 1.90 ergibt das einen Gewinn von CHF 95.00 brutto, der Einsatz wird zusätzlich zurückerstattet.

Welche Verlustlimiten und welche Spielsperre gelten bei den beiden Schweizer Veranstaltern?

Bei Swisslos werden vor der ersten Teilnahme Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage gesetzt (Obergrenze CHF 9’999, unter 21 Jahren CHF 1’000). Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für 30 Tage möglich. Eine Spielsperre ist produktbezogen für 1 bis 180 Tage möglich; eine unbefristete Spielsperre wird im schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos.

Sind Gewinne steuerfrei, und was bedeutet «je nach Kanton» beim Steuerfreibetrag?

Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen sind einkommensteuerfrei bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn; die Bundesschwelle liegt seit 2026 bei CHF 1’071’000. Die kantonale Schwelle weicht davon ab, weshalb die Steuerpraxis je nach Kanton anders aussieht. Wer deutlich über der Schwelle liegt, lässt die Auszahlung bestätigen und deklariert den Gewinn in der Steuererklärung; die kantonale Steuerverwaltung gibt verbindlich Auskunft.

Geschrieben von der Redaktion „Wettappschweiz”.

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